Béla Bolten

Meine Lieblingsbücher

Immer wieder werde ich nach Lektüretipps gefragt. Manchmal fällt es mir sehr leicht, weil ich den Fragenden und seine Lesevorlieben kenne. Manchmal tue ich mich schwer, denn gerade bei Weniglesern will ein Vorschlag gut überlegt sein. Trifft man ihren Geschmack nicht, verlieren sie vielleicht ganz die Lust am Buch. Am schwierigsten aber ist die Antwort auf die Frage: »Was sind die wichtigsten Bücher, die du bisher gelesen hast? Welche Lektüre hat dich am meisten beeindruckt?«
Als ich im Rahmen des wunderschönen Projekts »Fünf Bücher« gebeten wurde, meine Lieblingsbüchern vorzustellen, folgten Stunden des Grübelns. Als erstes stellte ich eine Liste auf. Ein Kinderbuch sollte und mindestens ein Krimi musste dabei sein, das stand schnell fest. Vor allem beim Krimi hatte ich auf Anhieb fünf Titel auf dem Zettel. Und dann sprudelte es aus mir heraus. Autorenname auf Autorenname. Nachdem ich ein gutes Dutzend Bücher wieder gestrichen hatte, standen dort immer noch 20 Titel. Keines dieser Werke wollte freiwillig weichen. Jedes kämpfte um sein Recht, zu meinen fünf wichtigsten Leseerlebnissen zu gehören. Alle hatten sie gute Argumente. B. Traven zum Beispiel zeigte mir, dass spannende Literatur nicht trivial sein muss. Hans Falladas »Jeder stirbt für sich allein« habe ich gerade vor ein paar Monaten begeistert wiederentdeckt, er gehörte genauso auf die Liste wie James Baldwin, der mich in »Beale Street Blues« gelehrt hatte, wie Rassismus entsteht und funktioniert. Grass, Böll, Lenz, Uwe Timm …. Sie alle haben mir geholfen, die Welt um mich herum ein bisschen besser zu verstehen. Über David Forrests Satire »Und meinem Neffen Albert vermache ich die Insel, die ich Fatty Hagan beim Pokern abnahm« habe ich gelacht, wie über kaum ein anderes Buch. Und wie zum Teufel sollte ich mich bei den Krimis beschränken. Kann es eine Liste meiner Lieblingsbücher geben ohne Sjöwall-Wahlöö, Graham Greene, James M. Cain, Dorothy Sayers und, und, und.
Die harmlos erscheinende Bitte, die fünf Bücher auszusuchen, die ich für die wichtigsten in meinem Leben halte, erwies sich als nahezu unüberwindliche Hürde. Immer wenn ich fast am Ziel war, wenn ich nur noch ein oder zwei Titel streichen musste, tauchte aus den Tiefen meiner Erinnerung ein Werk auf, das ich bisher völlig vergessen hatte und ohne das diese Liste undenkbar wäre. So beschäftigte mich mein Beitrag für »Fünf Bücher« tagelang. Es war ein schwieriger Abwägungsprozess, der mir klar wie nie zuvor vor Augen führte, welche große Rolle Literatur in meinem Leben gespielt hat und spielt. Was für wunderbare Schriftsteller habe ich über ihre Werke kennenlernen dürfen. Sie alle habe mich auf ihre Weise bereichert. Am Ende schaffte es keiner der hier genannten Autoren in meinen Beitrag für die »Fünf Bücher«. Aber sehen Sie selbst, hier sind meine Buchporträts. Vielleicht ist ja eine Wochenendlektüre für Sie dabei.

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